Ob am klassischen Tisch im Grand Casino, elektronisch am Terminal oder im Online-Casino von unterwegs: Die Grundregeln von Roulette sind überall dieselben.
Das Grundprinzip des Roulette
Roulette besteht aus zwei zentralen Elementen: dem Roulettekessel und dem Tableau. Der Kessel ist das drehbare Rad mit 37 nummerierten Fächern (0 bis 36), in dem die Kugel nach jedem Wurf in einem dieser Fächer zum Stillstand kommt. Das Tableau ist das Spielfeld, auf dem du deine Einsätze platzierst – es bildet alle 37 Zahlen sowie verschiedene Zusatzfelder für Nebenwetten ab.
Das Spielprinzip nach den gängigen Roulette-Regeln ist denkbar einfach: Du setzt Chips auf die Zahlen oder Felder, von denen du glaubst, dass die Kugel dort landen wird. Je unwahrscheinlicher dein Tipp, desto höher fällt die Auszahlung aus.
Eine einzelne Zahl zu treffen ist schwierig und wird entsprechend hoch belohnt. Darauf zu setzen, dass die nächste Zahl rot oder schwarz ist, gelingt fast in der Hälfte aller Fälle – und zahlt deshalb nur den einfachen Einsatz.
Die Zahlen 1 bis 36 sind abwechselnd rot und schwarz eingefärbt. Die Null (Zero) ist grün und nimmt eine Sonderrolle ein: Sie sorgt dafür, dass die Bank langfristig immer einen mathematischen Vorteil hat. Dazu später mehr.
Der Spielablauf in drei Schritten
Der Ablauf einer Roulette-Runde ist fest strukturiert und ändert sich nie – egal ob du in einer Schweizer Spielbank am Tisch sitzt oder online spielst.
1. Einsätze platzieren
Der Croupier eröffnet die Runde mit der Aufforderung «Machen Sie Ihr Spiel» (oder auf Französisch: «Faites vos jeux»). Du platzierst deine Chips auf dem Tableau – auf einzelne Zahlen, Zahlenkombinationen oder Nebenwetten. In einer Spielbank erhältst du dafür spezielle Roulette-Chips, die nur an diesem Tisch gelten. Online hast du virtuelle Chips.
2. Die Kugel rollt
Der Croupier wirft die Kugel entgegen der Drehrichtung in den Kessel. Wichtig: Du kannst auch nach dem Kugelwurf noch Einsätze tätigen oder verschieben – solange der Croupier nicht «Rien ne va plus» (Nichts geht mehr) ansagt. Ab diesem Moment ist das Tableau gesperrt.
3. Gewinnzahl und Auszahlung
Sobald die Kugel in einem Fach liegen bleibt, sagt der Croupier die Gewinnzahl und deren Farbe an. Er markiert die Zahl mit dem Dolly (einer kleinen Figur), räumt alle verlorenen Einsätze ab und zahlt die Gewinne aus. Danach beginnt eine neue Runde.
Alle Wetten beim Roulette im Überblick
Die Wetten beim Roulette lassen sich in zwei Kategorien unterteilen: Innenwetten (direkt auf Zahlen oder Zahlengruppen auf dem Tableau) und Aussenwetten (auf die Felder am Rand des Tableaus). Beide Kategorien folgen demselben Prinzip: Je mehr Zahlen eine Wette abdeckt, desto wahrscheinlicher ist ein Gewinn – aber desto geringer fällt die Auszahlung aus.
Innenwetten
Innenwetten werden direkt auf dem Zahlenfeld platziert. Durch die Positionierung deiner Chips auf oder zwischen den Zahlen bestimmst du, welche Zahlen du abdeckst.
| Wette | Französischer Name | Zahlen | Auszahlung | Gewinnchance |
|---|---|---|---|---|
| Einzelne Zahl | Plein | 1 | 35:1 | 2.70 % |
| Zwei Zahlen | Cheval | 2 | 17:1 | 5.41 % |
| Drei Zahlen (Querreihe) | Transversale Pleine | 3 | 11:1 | 8.11 % |
| Vier Zahlen (Quadrat) | Carré | 4 | 8:1 | 10.81 % |
| Sechs Zahlen (Doppelreihe) | Sixain / Transversale Simple | 6 | 5:1 | 16.22 % |
Ein Beispiel: Wenn du einen Chip im Wert von CHF 5 direkt auf die Zahl 17 setzt (Plein) und die Kugel auf der 17 landet, erhältst du CHF 175 Gewinn plus deinen Einsatz von CHF 5 zurück – insgesamt also CHF 180.
Beim Cheval platzierst du deinen Chip auf die Linie zwischen zwei benachbarten Zahlen und deckst damit beide ab. Beim Carré legst du den Chip in die Mitte von vier aneinandergrenzenden Zahlen. Die genaue Position des Chips auf dem Tableau bestimmt also, welche Wette du abschliesst.
Tipp
Probier die Chip-Platzierung zuerst an einem kostenlosen Roulette-Tisch aus. In jedem Schweizer Online-Casino gibt es einen Demomodus, in dem du ohne Einsatz üben kannst.
Aussenwetten
Die Aussenwetten befinden sich auf den Feldern rund um das Zahlenraster. Sie decken grössere Gruppen von Zahlen ab und bieten deshalb niedrigere Auszahlungen bei höheren Gewinnchancen.
| Wette | Französischer Name | Was du wettest | Auszahlung | Gewinnchance |
|---|---|---|---|---|
| Rot oder Schwarz | Rouge / Noir | Farbe der Gewinnzahl | 1:1 | 48.65 % |
| Gerade oder Ungerade | Pair / Impair | Gerade oder ungerade Zahl | 1:1 | 48.65 % |
| Niedrig oder Hoch | Manque / Passe | 1–18 oder 19–36 | 1:1 | 48.65 % |
| Dutzend | Douzaine | 1–12, 13–24 oder 25–36 | 2:1 | 32.43 % |
| Kolonne | Colonne | 12 Zahlen einer Spalte | 2:1 | 32.43 % |
Die Aussenwetten Rouge/Noir, Pair/Impair und Manque/Passe werden im Fachjargon als «einfache Chancen» bezeichnet. Sie heissen so, weil die Auszahlung 1:1 beträgt – du gewinnst also genau deinen Einsatz dazu. Die Dutzend- und Kolonnenwetten sind «mehrfache Chancen» mit einer Auszahlung von 2:1.
Aufgepasst
Die Null (Zero) ist weder rot noch schwarz, weder gerade noch ungerade, gehört weder zu den niedrigen noch zu den hohen Zahlen und ist in keinem Dutzend oder keiner Kolonne enthalten. Fällt die Kugel auf die Null, verlierst du alle Aussenwetten – es sei denn, die Sonderregeln La Partage oder En Prison kommen zur Anwendung.
Die drei Roulette-Varianten und ihr Hausvorteil
Es gibt drei gängige Roulette-Varianten, die sich in einem entscheidenden Punkt unterscheiden: dem Hausvorteil. Dieser bestimmt, wie viel Prozent aller Einsätze langfristig bei der Bank bleiben.
Die Auszahlungen beim Roulette sind so berechnet, als gäbe es nur die Zahlen 1 bis 36 – also 36 Felder. Tatsächlich existieren aber 37 Felder (mit der Null) oder beim amerikanischen Roulette sogar 38 (mit Null und Doppelnull). Die Gewinnchance für eine einzelne Zahl liegt also bei 1 zu 37, die Auszahlung aber nur bei 35:1. Diese Differenz ist der mathematische Vorteil der Bank.
| Variante | Zahlen im Kessel | Sonderregeln | Hausvorteil |
|---|---|---|---|
| Französisches Roulette | 37 (0–36) | La Partage und/oder En Prison | 1.35 % / 2.70% |
| Europäisches Roulette | 37 (0–36) | Keine | 2.70 % |
| Amerikanisches Roulette | 38 (0, 00–36) | Keine | 5.26 % |
Der Hausvorteil von 1.35 % beim französischen Roulette gilt nur für einfache Chancen (Rot/Schwarz, Gerade/Ungerade, Niedrig/Hoch). Für alle anderen Wetten beträgt er wie beim europäischen Roulette 2.70 %.
Warum Französisches Roulette am besten ist
Das französische Roulette ist aus Spielersicht die beste Variante, weil zwei besondere Roulette-Regeln den Hausvorteil bei den einfachen Chancen halbieren:
- La Partage: Fällt die Kugel auf die Null, erhältst du bei einfachen Chancen die Hälfte deines Einsatzes zurück. Setzt du beispielsweise CHF 10 auf Rot und es fällt die Null, bekommst du CHF 5 zurück.
- En Prison: Fällt die Null, wird dein Einsatz auf einfache Chancen «eingesperrt» und bleibt für die nächste Runde liegen. Gewinnt deine Wette in der folgenden Runde, erhältst du deinen vollen Einsatz zurück (aber keinen Gewinn). Verlierst du erneut, ist der Einsatz weg.
Welche der beiden Regeln zur Anwendung kommt, hängt vom jeweiligen Casino ab. Manche Tische bieten nur La Partage an, andere nur En Prison. Der Effekt auf den Hausvorteil ist bei beiden identisch: Er sinkt für einfache Chancen von 2.70 % auf 1.35 %.
Europäisches und amerikanisches Roulette
Europäisches Roulette verwendet denselben Kessel mit 37 Zahlen wie die französische Variante, verzichtet aber auf die Sonderregeln La Partage und En Prison. Der Hausvorteil liegt bei 2.70 % – das ist immer noch ein fairer Wert und besser als bei den meisten anderen Casinospielen, die oft niedrigere Auszahlungsquoten haben.
Amerikanisches Roulette hat ein zusätzliches Feld: die Doppelnull (00). Dadurch steigt die Anzahl der Felder auf 38, die Auszahlungen bleiben aber unverändert.
Aufgepasst
Amerikanisches Roulette hat mit 5.26 % fast den doppelten Hausvorteil von europäischem Roulette. Wenn du die Wahl hast, gibt es keinen Grund, diese schlechtere Variante zu spielen
In Schweizer Spielbanken wird amerikanisches Roulette leider häufig angeboten, weil es schneller gespielt wird und der Tischaufbau kompakter ist. Das Grand Casino Bern bietet immerhin eine eigene «Vegas Roulette»-Variante mit LED-Kessel an.
Kesselspiele: Wetten nach der Anordnung im Kessel
Neben den Wetten auf dem Tableau gibt es in vielen Casinos sogenannte Kesselspiele oder Annoncen. Dabei setzt man nicht nach der Anordnung der Zahlen auf dem Spielfeld, sondern nach ihrer Position im Roulettekessel. Diese Wetten werden vom Spieler mündlich beim Croupier angesagt («annonciert»).
Die bekanntesten Kesselspiele sind die Grosse Serie (17 Zahlen rund um die Null im Kessel, bestehend aus neun Chevals und einem Plein), die Kleine Serie (zwölf Zahlen im gegenüberliegenden Kesselabschnitt, bestehend aus sechs Chevals) und die Orphelins (die acht verbleibenden Zahlen, die weder zur grossen noch zur kleinen Serie gehören). Dazu kommt das Zero-Spiel, das sieben Zahlen direkt um die Null herum abdeckt.
Kesselspiele sind für Anfänger nicht zwingend notwendig. Sie werden vor allem von erfahrenen Spielern genutzt, die bestimmte Kesselabschnitte abdecken möchten, ohne jeden Cheval einzeln zu setzen.
Roulette in der Schweiz: Spielbanken und Online-Casinos
In der Schweiz darf Roulette ausschliesslich in konzessionierten Spielbanken und deren Online-Plattformen gespielt werden. Die 21 Schweizer Spielbanken unterstehen der Eidgenössischen Spielbankenkommission (ESBK), die für die Vergabe der Konzessionen und die Aufsicht zuständig ist. Spielhallen oder Spielsalons mit Roulette-Automaten wie in Deutschland oder Österreich gibt es in der Schweiz nicht.
Roulette in der Spielbank
Wer Roulette in einer Schweizer Spielbank spielen möchte, muss mindestens 18 Jahre alt sein und einen gültigen Ausweis vorlegen. Die Mindesteinsätze variieren je nach Casino und Tisch. Im Grand Casino Baden beispielsweise beginnen elektronische Roulette-Stationen bereits ab CHF 1, während am klassischen Tisch Mindesteinsätze von CHF 2 bis CHF 5 üblich sind.
In den meisten Schweizer Spielbanken wird amerikanisches Roulette an Einzeltischen gespielt – mit englischsprachigen Ansagen und einem kompakten Tableau, an dem die Spieler ihre Chips selbst platzieren. Französisches Roulette an Doppeltischen mit Annoncen und Croupier-Setzung findet man seltener, aber manche Häuser bieten es an Wochenenden oder im gehobenen Bereich an.
Roulette im Online-Casino
Seit 2019 dürfen konzessionierte Schweizer Spielbanken Online-Casinos betreiben. Dort findest du in der Regel eine deutlich grössere Auswahl an Roulette-Varianten als vor Ort: europäisches, französisches und amerikanisches Roulette als Automatenspiel sowie verschiedene Live-Roulette-Tische, an denen ein echter Croupier per Video-Stream die Kugel wirft.
Der Vorteil des Online-Spiels: Du kannst die Variante mit dem niedrigsten Hausvorteil auswählen. Wenn ein Schweizer Online-Casino französisches Roulette mit La Partage anbietet, ist das aus mathematischer Sicht die klügste Wahl – der Hausvorteil von 1.35 % auf einfache Chancen ist einer der niedrigsten Werte, die du in einem Casino überhaupt finden kannst.
Unsere Tipps für Roulette-Einsteiger
Roulette ist ein Glücksspiel, und kein System der Welt kann den Hausvorteil dauerhaft überlisten. Das heisst nicht, dass alle Entscheidungen gleichwertig sind – aber es bedeutet, dass du mit realistischen Erwartungen an den Tisch gehen solltest.
1. Wähle die richtige Variante
Wenn du die Wahl hast, spiel französisches Roulette mit La Partage. Steht das nicht zur Verfügung, nimm europäisches Roulette. Amerikanisches Roulette mit Doppelnull solltest du meiden – der Hausvorteil ist mit 5.26 % fast doppelt so hoch wie nötig.
2. Lass die Finger von Martingale und ähnlichen Systemen
Die Idee, nach jedem Verlust den Einsatz zu verdoppeln, klingt logisch, scheitert aber spätestens am Tischlimit oder an deinem Budget. Mathematisch kann keine Setzstrategie den Hausvorteil verändern. Das gilt für die Martingale genauso wie für jedes andere System, das dir jemand im Internet verkaufen möchte.
3. Konzentriere dich auf wenige Wetten
Viele Anfänger decken möglichst grosse Teile des Tableaus ab, um «öfter zu gewinnen». Das führt aber dazu, dass die vielen kleinen Gewinne die Verluste nicht ausgleichen – und wenn eine nicht abgedeckte Zahl fällt, ist der gesamte Einsatz weg. Besser: Setze auf ein oder zwei einfache Chancen oder auf wenige gezielte Zahlen.
4. Setze dir ein Budget
Bevor du anfängst zu spielen, lege fest, wie viel du maximal verlieren willst. Halte dich daran. In Schweizer Online-Casinos kannst du dafür Einzahlungslimits setzen, die das automatisch regeln.
