Online-Casinos sind ind er Schweiz legal – aber nur unter sehr engen Voraussetzungen. Seit dem 1. Januar 2019 erlaubt das Bundesgesetz über Geldspiele (BGS) den Schweizer Spielbanken, ihr Angebot auch online bereitzustellen.
Die zentrale Bedingung: Nur wer bereits eine Konzession für eine stationäre Spielbank besitzt, kann bei der Eidgenössischen Spielbankenkommission (ESBK) eine Konzessionserweiterung für den Online-Betrieb beantragen.
Einen reinen Online-Casino-Betreiber ohne physische Spielbank gibt es in der Schweiz nicht – zumindest nicht im legalen Markt.
Das System hat sich seit dem Start erheblich entwickelt. 2020, nur ein Jahr nach der Legalisierung, erwirtschafteten die Schweizer Online-Casinos bereits 186 Millionen Franken. Für 2026 wird der Online-Umsatz auf über 350 Millionen Franken geschätzt – bei einem Gesamtmarkt von rund 3.3 Milliarden Franken (inklusive Lotterien und Sportwetten).
gut zu wissen
Gewinne aus Schweizer Online-Casinos sind bis zu einer Höhe von etwa einer Million Franken komplett steuerfrei. Erst Beträge über der Freigrenze unterliegen der Verrechnungssteuer von 35 % – und auch dann nur der Teil, der die Grenze übersteigt. Das gilt allerdings nur für Gewinne bei lizenzierten Schweizer Anbietern.
So funktioniert die Lizenzvergabe
Das Schweizer Konzessionssystem ist zweistufig: Zuerst erteilt der Bundesrat die Spielbankenkonzession, dann genehmigt die ESBK die Konzessionserweiterung für den Online-Betrieb sowie die einzelnen Spiele.
Die Konzessionstypen A und B
Der Bundesrat hat am 29. November 2023 die neuen Spielbankenkonzessionen für den Zeitraum 2025 bis 2044 erteilt. Es gibt zwei Konzessionstypen.
| Merkmal | Konzession A | Konzession B |
|---|---|---|
| Typ | Grand Casino | Kleinere Spielbank |
| Mindestfläche | 600 m² | Unter 600 m² |
| Spielangebot | Unbeschränkt (Tischspiele, Slots, Poker) | Eingeschränkter (weniger Tischspiele, Einsatzlimits bei Automaten) |
| Max. Einsatz Automaten | Unbegrenzt | CHF 25 pro Spiel |
| Abgabe auf Bruttospielertrag | 40–80 % (geht an AHV/IV) | 40–80 % (Bund) + kantonale Abgabe möglich |
Was sich gegenüber der bisherigen Regelung geändert hat: Die alten Konzessionen hatten eine Laufzeit von sechs Jahren und liefen Ende 2024 aus. Die neuen Konzessionen gelten 20 Jahre – von 2025 bis 2044. Das gibt den Betreibern deutlich mehr Planungssicherheit.
Was sich mit den neuen Konzessionen geändert hat
Der Bundesrat hat die Schweiz in 23 Zonen eingeteilt, in denen jeweils maximal eine Konzession vergeben wird. 21 Zonen entsprechen den bisherigen Spielbank-Standorten, zwei sind neu: Winterthur und Lausanne erhalten erstmals eigene A-Konzessionen, um bisher unerschlossenes Marktpotenzial abzudecken.
Nicht alles lief reibungslos: Für die Zone Schaffhausen wurde keine neue Konzession vergeben, da kein geeignetes Gesuch vorlag. Swiss Casinos hatte sich 2022 bewusst gegen eine Neubewerbung für Schaffhausen entschieden und stattdessen eine A-Konzession für Winterthur erhalten. Das Casino Schaffhausen schloss im Oktober 2025, das Swiss Casino Winterthur eröffnete im Dezember 2025. Über die Zone Schaffhausen wird der Bundesrat voraussichtlich 2028 neu entscheiden.
Im August 2025 entzog die ESBK dem Casino St. Moritz die Konzession nach dessen Schliessung. Auch das Online-Casino Golden Grand (Airport Casino Basel) stellte seinen Betrieb aus wirtschaftlichen Gründen ein.
ESBK als Kontrollinstanz der Schweizer Casinos
Die Eidgenössische Spielbankenkommission (ESBK) mit Sitz in Bern ist die zentrale Aufsichtsbehörde für das gesamte Schweizer Casinowesen. Ihre Aufgaben gehen weit über die blosse Lizenzvergabe hinaus.
Die ESBK prüft nicht nur, ob ein Casino überhaupt eine Lizenz bekommt, sondern genehmigt jedes einzelne Spiel separat – jeden Slot, jedes Tischspiel. Dazu kommen regelmässige Audits der Software, Kontrollen der Finanztransaktionen und die Überwachung aller Spielerschutzmassnahmen. Wenn du also in einem Schweizer Online-Casino spielst, ist jede Ebene staatlich kontrolliert.
Gleichzeitig schützt die ESBK den Markt als Ganzes. Sie führt eine Sperrliste mit über 2’500 illegalen ausländischen Anbietern, die von Schweizer Providern per DNS-Sperre blockiert werden. Wer sich selbst sperren lässt oder vom Casino gesperrt wird, landet im zentralen Register SESAM – und ist damit automatisch in allen Schweizer Casinos und seit 2025 auch in Liechtenstein ausgeschlossen.
Dass jedes einzelne Spiel eine eigene ESBK-Genehmigung braucht, erklärt, warum das Spielangebot in Schweizer Online-Casinos anfangs sehr überschaubar war. Mittlerweile haben die grössten Anbieter wie mycasino über 3’000 Spiele im Programm – aber die Auswahl ist trotzdem kleiner als bei nicht-regulierten Offshore-Casinos, die keine solche Einzelprüfung durchlaufen.
Die lizenzierten Schweizer Online-Casinos
Von den aktuell rund 22 physischen Casino-Standorten betreiben etwa zwölf ein lizenziertes Online-Casino. Der neueste Zugang ist admiral.ch (Casino Admiral Mendrisio), das im Juli 2025 online ging. Hier ein Überblick über die wichtigsten lizenzierten Online-Plattformen:
| Online-Casino | Schweizer Spielbank | Online seit |
|---|---|---|
| Jackpots | Grand Casino Baden | 2019 |
| MyCasino | Grand Casino Luzern | 2019 |
| Swiss Casinos | Casino Pfäffikon (Swiss Casinos Gruppe) | 2019 |
| Casino777 | Casino Davos | 2019 |
| StarVegas | Casino Interlaken | 2020 |
| 7Melons | Grand Casino Bern | 2020 |
| Pasino | Casino du Lac Meyrin (Genf) | 2020 |
| Swiss4Win | Casino Lugano | 2021 |
| Admiral | Casino Admiral Mendrisio | 2025 |
| Casineo | Casino Locarno | 2026 |
Diese Liste ist nicht abschliessend und kann sich ändern. Das Casino Locarno hat eine Fristverlängerung für seinen Online-Start bis Frühjahr 2026 erhalten.
Ausländische Online-Casinos: Legal oder illegal?
Die Rechtslage ist eindeutig: Nur Casinos mit einer Schweizer Konzession dürfen in der Schweiz Online-Glücksspiel anbieten. Ausländische Anbieter – egal ob mit MGA-Lizenz aus Malta, einer Lizenz aus Gibraltar oder einer aus Curaçao – sind nicht für den Schweizer Markt zugelassen.
Die ESBK setzt das aktiv durch: Über 2’500 ausländische Casino-Websites stehen auf der Sperrliste und werden per DNS-Sperre durch die Schweizer Internet-Provider blockiert. Auch der Zahlungsverkehr mit gesperrten Anbietern soll unterbunden werden.
GUT ZU WISSEN
Die DNS-Sperren sind technisch umgehbar – mit VPN oder der Änderung des DNS-Servers. Trotzdem erreichen die legalen Schweizer Casinos laut ESBK-Berichten eine Kanalisierungsrate von über 80 %. Das heisst: Mehr als vier von fünf Franken, die online für Glücksspiel ausgegeben werden, landen bei lizenzierten Anbietern. Im europäischen Vergleich ist das ein sehr hoher Wert.
In der Praxis nutzen trotzdem geschätzt 40 % der Schweizer Spieler gelegentlich ausländische Casinos. Diese operieren in einer rechtlichen Grauzone: Für den Spieler selbst gibt es keine strafrechtlichen Konsequenzen, aber im Streitfall hast du keinerlei Rechtsschutz nach Schweizer Recht. Wenn ein Offshore-Casino deine Auszahlung verweigert, kannst du nicht zur ESBK oder vor ein Schweizer Gericht gehen.
Beste ausländische Online-Casinos
Spielerschutz in Schweizer Online-Casinos
Die Schweizer Lizenz ist an strenge Spielerschutzauflagen gebunden, die über das hinausgehen, was in den meisten anderen Jurisdiktionen Standard ist.
Noch bevor du überhaupt spielen kannst, greift die erste Schutzmassnahme: Jedes lizenzierte Schweizer Online-Casino ist verpflichtet, vor der ersten Einzahlung eine vollständige Identitätsprüfung (KYC) durchzuführen. Minderjährige und gesperrte Spieler werden so direkt ausgeschlossen.
Im laufenden Betrieb hast du jederzeit die Kontrolle über dein Budget. Du kannst tägliche, wöchentliche und monatliche Einzahlungs- und Verlustlimits setzen. Wichtig dabei: Senkungen greifen sofort, Erhöhungen erst nach einer Abkühlphase – du kannst dir also nicht im Affekt ein höheres Limit freischalten.
Wer eine härtere Bremse braucht, kann sich jederzeit selbst sperren lassen, temporär oder permanent. Die Sperre läuft über das zentrale Register SESAM und gilt automatisch für alle konzessionierten Casinos in der Schweiz.
Casinos sind zusätzlich verpflichtet, Spieler von sich aus zu sperren, wenn sie Anzeichen für problematisches Spielverhalten erkennen.
So erkennst du ein Casino mit Schweizer Lizenz
Ob ein Online-Casino eine Schweizer Lizenz besitzt, lässt sich schnell prüfen. Scrolle auf der Website des Casinos ganz nach unten: Im Footer findest du das offizielle Lizenzlogo mit der Registrierungsnummer der ESBK. Jedes lizenzierte Casino verlinkt dort auch auf die offizielle Website der zugehörigen Spielbank.
gut zu wissen
Checke bei einem Casino einfach die Domainendung. Alle lizenzierten Schweizer Online-Casinos haben eine .ch-Domain. Wenn du auf einer .com-, .net- oder .io-Seite landest, die behauptet, ein Schweizer Casino zu sein, handelt es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um einen nicht-lizenzierten Anbieter.
Im Zweifel kannst du direkt auf der Website der ESBK nachsehen, welche Spielbanken eine Konzessionserweiterung für den Online-Betrieb besitzen. Wenn ein Casino dort nicht gelistet ist, ist es nicht lizenziert – unabhängig davon, welche Logos oder Siegel es auf seiner Website zeigt.
